Etwa 68 km von Poza Zgiełkiem entfernt, im Wald bei Gołdap, stehen zwei monumentale Eisenbahnviadukte aus den 1920er Jahren – so beeindruckend, dass die Einheimischen sie das „masurische New York" nennen. Diese Ziegel-Beton-Kolosse ragen 36 Meter über das Błędzianka-Tal und sind heute ein Bungee-Jumping-Platz und eines der spektakulärsten Schauspiele in Nordostpolen.
Geschichte – Preußische Eisenbahnen, die nie zurückkehrten
Die Viadukte von Stańczyki wurden 1923–1926 als Teil der preußischen Eisenbahnlinie von Gołdap nach Żytkiejmy gebaut. Zwei parallele Brücken – jede 180 Meter lang und 36 Meter hoch – waren Ingenieurmeisterwerke ihrer Ära. Die Strecke diente hauptsächlich dem Transport von Waren und Holz aus den umliegenden Wäldern. Im Jahr 1944, angesichts der vorrückenden Roten Armee, sprengten die Deutschen die Gleise, und nach dem Krieg wurde die Strecke nie wieder aufgebaut. Die Viadukte blieben – verlassen, vom Wald überwuchert, aber vollständig intakt.
Bungee-Jumping und Wanderwege
Heute sind die Viadukte eine der größten Touristenattraktionen Masurens. In der Sommersaison gibt es hier einen Bungee-Jumping-Punkt – ein 36-Meter-Sprung von der Brücke ist ein unvergessliches Erlebnis inmitten des masurischen Waldes. Wander- und Radwege rund um die Viadukte führen durch den Rominter Heidewald – einen der schönsten und wildesten Wälder Polens. Das Błędzianka-Tal ist besonders attraktiv im Frühling, wenn üppige Vegetation einen grünen Tunnel um die Brückenmauern bildet.
Anfahrt und Reiseplanung
Stańczyki liegt etwa 68 km von Poza Zgiełkiem entfernt, etwa eine Stunde Fahrt über Węgorzewo und Gołdap. Der Eintritt zum Viaduktgelände ist kostenlos. Bungee-Jumping findet an Wochenenden und Feiertagen in der Sommersaison statt – Reservierung empfohlen. Gutes Schuhwerk ist ratsam, da die Wege im Tal schlammig sein können. Es gibt keinen Laden oder kein Restaurant bei den Viadukten – Proviant mitnehmen. Ganztagesausflug: Węgorzewo – Gołdap – Stańczyki – Rückfahrt über den Rominter Heidewald.
Besuchertipp
Den besten Blick auf beide Viadukte erhält man, wenn man den Pfad ins Błędzianka-Flusstal hinabsteigt – von dort wirkt die volle Perspektive am beeindruckendsten. Frühe Morgen- oder Abendstunden sind ebenfalls gut – aufsteigende Nebel aus dem Tal schaffen außergewöhnliche, filmreife Aufnahmen.
Foto: Wikimedia Commons / Ciwir (Pawel Slowik) / CC BY-SA 4.0



